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SPD-AG 60plus spricht mit DAK: Pflege-TÜV verbessern / Tarifverträge beachten / Einsatz von Langzeitarbeitslosen im Pflegebereich ablehnen.

09. September 2010 0 Kommentare

Oldenburg. Korrekturen beim Pflege-TÜV hat die SPD-Arbeitsgemeinschaft 60plus bereits im März von ihren Abgeordneten gefordert: „Schwerpunkt muss die Beurteilung der tatsächlich erbrachten Pflege sein. Schlechte Pflege darf nicht durch gute Noten bei Festen ausgeglichen werden können.“

Bei Besuchen von Einrichtungen von AWO, DRK, Diakonie und Caritas wurden die SPD-Senioren in ihrer Meinung immer wieder bestätigt. Die jetzt eingesetzte öffentliche Kritik am Pflege-TÜV nimmt 60plus zum Anlass, um ihre Forderungen mit Krankenkassen zu besprechen.

In dieser Woche besuchten 60plus-Bezirksvorsitzender Dieter Sündermann und sein Stellvertreter Hermann Bokelmann mit Hans Sperveslage vom Sozialverband Deutschland (SoVD) die DAK in Oldenburg. Bei Hans-Peter Diegel, dem Leiter des Regionalzentrums, fanden sie offene Ohren.

Die Hauptkritik am derzeitigen Bewertungssystem sei der Umstand, dass derzeit alle Qualitätskriterien gleich gewichtet in die Gesamtnote einfließen, so Diegel. Sinnvoller wäre es, wenn bestimmte „Risikokriterien“ stärker in die Benotung eingehen. Dann würde vermieden, dass Eichrichtungen trotz einer schlechten Benotung in einem einzelnen Risikokriterium dennoch eine gute Gesamtnote erhalte. Derzeit würden zwischen den Pflegekassen und den Interessenverbänden der Pflegeeinrichtungen darüber verhandelt, welche Einzelnoten aus dem Bereich „Pflege und medizinische Versorgung“ stärker gewichtet werden können. Hans-Peter Diegel machte es an einem Beispiel deutlich: „Wir wollen sicherstellen, dass wichtige pflegerische Aspekte stärker berücksichtigt werden als zum Beispiel ein gut lesbarer Speiseplan aus dem Bereich Wohnen und Verpflegung“.

Die SPD-Senioren forderten, dass den Heimen für eine gute Pflege auch kostendeckende Pflegesätze anerkannt werden müssten. Dabei sollten die Pflegekassen auf angemessene Tariflöhne für die Pflegekräfte achten. Auch darin hat der aktuelle Pflege-Alarm der Caritas nach Ansicht von 60plus seine Gründe.

Durch bessere Gehälter, Verstärkung der Ausbildungsmöglichkeiten und eine höhere gesellschaftliche Anerkennung des Pflegeberufes durch die Allgemeinheit könne einem Pflege-Notstand am besten entgegengewirkt werden.

Einmütigkeit bestand bei der Ablehnung der Anregung der Kanzlerin, Langzeitarbeitslose in Pflegedienste einzusetzen.

Weitere Informationen unter www.pflegelotse.de

Gruppenbild bei der DAK

Auf dem Foto (von links): Hans Sperveslage (SoVD), Hans-Peter Diegel (DAK), Dieter Sündermann, Hermann Bokelmann.


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